2007 Externe Evaluation
Bericht in der Stadtzeitung vom 22.08.2007
Viel Lob und wenig Tadel
Evaluation Die Friedberger Fachoberschule unterzog sich einer Qualitätskontrolle und hat ihren guten Ruf nun schriftlich. Der Standard entspricht den zeitgemäßen Kriterien, kann jedoch noch verbessert werden.
Von Gabriele Tauber
(Friedberg) Ihren guten Ruf kann die Staatliche Fachoberschule Friedberg nicht nur über Mundpropaganda, sondern jetzt auch auf dem Papier nachweisen.
Im Rahmen der Evaluation aller bayerischen Schulen unterzog sie sich nämlich einer Qualitätskontrolle, bei der neben allen Schulbeteiligten und den Eltern auch sämtliche außerschulischen Gremien und Institutionen in die Befragung mit einbezogen wurden. Diese so genannte externe Evaluation erstreckte sich – von der Vorstellungskonferenz bis zur Vorlage des Abschlussberichts - über einen Zeitrahmen von rund drei Monaten. Um der Komplexität gerecht zu werden, kamen verschiedene Instrumente wie Fragebögen, Datenauswertung, Unterrichtsbeobachtungen und Interviewleitfäden zum Einsatz. Das Endergebnis überzeugte mit einem durchwegs positiven Fazit: Lehrerkollegium, Schüler, Eltern und auszubildende Betriebe zeigen sich äußerst zufrieden über Struktur, Angebot, Leistung und Klima der staatlichen Einrichtung. Wie es wörtlich heißt, „setzt die Schulleitung klare Akzente und zeichnet sich durch einen kooperativen Führungsstil aus“. Die Innovationsbereitschaft von Schulleiter Rainer Lipczinsky, die sich „beispielgebend und motivierend auf das Kollegium auswirkt“, findet zu dem anerkennende Erwähnung. Der vorwiegend an den schulischen Erfordernissen und individuellen Fähigkeiten orientierte Lehrereinsatz ermögliche eine eigenverantwortliche Wahrnehmung der dadurch eröffneten Gestaltungsspielräume.
Betroffene Firmen betonten die hervorragende Kooperation der Schule bei der Organisation und Betreuung der fachpraktischen Ausbildung.
Projekte beleben Alltag
Gute Noten erhielten die allgemeinen Rahmenbedingungen der Schule wie die Erreichbarkeit, technische Ausstattung oder der gepflegte Zustand des Gebäudes und der Außenanlagen. Auch die enge Zusammenarbeit und Kommunikation des Kollegiums sowie die professionelle Arbeitsweise des Sekretariats wurde besonders herausgestellt. Als „sehr engagiert und begeisterungsfähig“ zeichnen sich die Schüler aus, die beispielsweise den Pausenverkauf und die Mittagsbetreuung unter fachlicher Anleitung durchführen. Neben dem regulären Bildungsauftrag beleben und fördern zahlreiche, außergewöhnliche Projekte wie das Comeniusprojekt, „Jugend denkt Zukunft“ oder eine Theater- und Filmgruppe den Schulalltag. Diese sollten allerdings nicht nur von einigen wenigen Lehrkräften geschultert werden. Wünschenswert wäre außerdem, die Ergebnisse solcher Projekte auch anderen Schulen zur Verfügung zu stellen.
Neue Impulse
Eher negativ beurteilt werden die derzeit hohe Integrationsrate vieler neuer Kollegen, die Unterversorgung der Verwaltungsangestellten bei steigender Schülerzahl und die Kürzung der Unterrichtsstunden in Pflichtfächern. Ein Manko stellt auch der mangelnde Informationsfluss zwischen Schulleitung, Sekretariat und Lehrerzimmer dar. Doch aufgrund der teilweise ungünstigen räumlichen Struktur des Hauses (Lehrerzimmer und Verwaltung befinden sich auf verschiedenen Stockwerken) fällt eine Optimierung nicht leicht. Laut Abschlussbericht fehlen zudem notwenige Impulse, um den Prozess der Schulentwicklung voran zu treiben. Ein bereits vor Jahren erstelltes Leitbild fand keine Fortführung. Die Ansätze sollten deshalb wieder aktiviert sowie die Fortbildungsplanung ausgebaut und dokumentiert werden. Eine Selbstevaluation im Dialog mit Kollegen und den Schülern trage zur Beseitigung der Diskrepanzen, Förderung der kollegialen Zusammenarbeit und Gestaltung eines oberstufengerechten Unterrichts bei. Die Schule befinde sich am Ende der Aufbauphase und müsse jetzt die Herausforderung der Konsolidierungsphase bewältigen wie zum Beispiel den Aufbau einer mittleren Führungsebene, empfahl das Evaluationsteam. (bestehend aus drei Lehrern und einem externen Mitarbeiter) grundsätzlich zum Thema Prozessqualitäten. Zufrieden und erfreut über das Resultat äußerte sich Schulleiter Rainer Lipczinsky: „Keine Schule kann perfekt sein. Auch wir können uns noch verbessern. Nachdem wir uns jetzt ein Gesamtbild verschafften, werden die Erkenntnisse analysiert, diskutiert sowie gegebenen falls gemeinsame Maßnahmen zur Leistungssteigerung ergriffen.“ Nur eine lernende Schule, die die Qualität ihrer Arbeit regelmäßig überprüfe, ihre Stärken und Schwächen erkennen und sich zum Wohle der ihr anvertrauten Schüler ständig weiterentwickle, könne den heutigen gesellschaftlichen Ansprüchen an eine gute Bildungseinrichtung gerecht werden.
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